Alle meine Kopftücher

Sonntagmorgen, 07:00 Uhr in Teheran. Da wir hier freitags und samstags Wochenende haben ist der Sonntag für mich leider ein Arbeitstag und ich bin wie immer spät dran. Daher fällt mir auch zunächst überhaupt nicht auf, dass mich die Autofahrer (die um diese Uhrzeit noch nicht so zahlreich vertreten sind) an der Ampel ungeniert anstarren. Muss wohl daran liegen, dass ich ziemlich laut Musik höre und es komisch aussieht, wenn ich mit weit aufgerissenem Mund mitsinge. Wenigstens liegen meine Haare heute ausnahmsweise mal. Moment. Haare? Da war doch was. Verdammt! Ich halte – zwar ohne quietschende Reifen aber natürlich trotzdem hochdramatisch – am Straßenrand, schnappe mir meinen Mantel vom Beifahrersitz und stülpe mir die zum Glück vorhandene Kapuze über den Kopf. Ich bin tatsächlich ohne Kopftuch losgefahren. Was für ein Anfängerfehler! Als ich vor anderthalb Jahren hier ankam ist es öfter vorgekommen, dass ich ohne Kopftuch aus dem Haus spaziert bin, aber inzwischen kommt es eigentlich gar nicht mehr vor. Außer sonntagsmorgens um 07:00 Uhr.

Eine Besonderheit am Iran ist die gesetzliche Kopftuchpflicht. Während sie es mit Helmen bei Motorradfahrern nicht so genau nehmen, wird penibel darauf geachtet, dass jede Frau ihr Haar bedeckt. Außerdem ist ein Mantel, der mindestens bis zur Hälfte der Obeschenkel geht vorgeschrieben. In der Hauptstadt wird das nicht immer ganz so genau genommen und man sieht besonders im Norden der Stadt viele Frauen, deren winziges Kopftuch gerade noch so den Hinterkopf verdeckt und deren Mantel vielleicht gerade noch so über den Hintern geht. Im etwas konservativeren Süden der Stadt sowie auch in kleineren Orten sieht man sehr oft Frauen mit Tschador, einem großen schwarzen Tuch, welches sie komplett verhüllt und welches sie unterm Kinn festhalten. Extrem unpraktisch wenn ihr mich fragt.

Meine Kopftuchsammlung

Als ich im Sommer 2013 hier angekommen bin musste ich mich nicht nur an die Hitze sondern auch an die neuen Kleidervorschriften gewöhnen. Ich hatte mich in Deutschland schon mit langen dünnen Leinenhosen, ein paar langen Tuniken und Kopftüchern ausgestattet, saß an meinem ersten Tag unbehaglich im Café in der Ecke und hatte das Gefühl, dass alle mich anstarren. Ich fühlte mich wie verkleidet. Inzwischen habe ich mich daran gewöhnt. Innerhalb der letzten anderthalb Jahre ist ein ziemlich großer Vorrat an Manteaus, Maxikleidern, langen Röcken und vor allen Dingen Kopftüchern zusammengekommen. Ich war schon vor Teheran ein großer Schalfan (allerdings habe ich diese damals nicht auf dem Kopf, sondern um den Hals getragen). Mit meiner Schal-Liebe bin ich hier natürlich genau richtig. Jetzt habe ich Sommerkopftücher und Winterkopftücher, Ausgehkopftücher, Gammelkopftücher und sogar mein erstes Fake-Chanel Kopftuch. Die sind hier momentan nämlich in Mode. (Ich habe mal gezählt. Es sind momentan 41 Kopftücher!)

Wusstet ihr, dass es auch ganz viele verschiedene Möglichkeiten gibt, ein Kopftuch zu tragen? Normalerweise schlinge ich mir das immer nur locker um den Kopf, aber besonders bei den Seidenkopftüchern muss man sich was anderes überlegen, weil sie sonst runterrutschen. Da ich es nicht so schön finde, das Kopftuch einfach nur unterm Kinn festzuknoten, binde ich es dann hinten im Nacken fest – so wie in alten Filmen beim Cabrio-Fahren. Ich habe mir auch schon zwei ‚Puschel‘ zugelegt. Das sind Haarspangen mit Stoffdutt dran, die man am Hinterkopf befestigen kann. Da kann das Kopftuch dann nicht runterrutschen und der Hinterkopf sieht nicht so flach aus.

Von oben links: 1. Kopftuchoutfit in Laft 2. Allererstes Outfit 3. Leih-Tschador in Shiraz 4. in Isfahan 5. Kopftuchkauf in Abyaneh 6. in Khuzestan 7. nicht jedem gefällt mein Kopftuchoutfit

Von oben links:
1. Kopftuchoutfit in Laft
2. Allererstes Outfit
3. Leih-Tschador in Shiraz
4. in Isfahan
5. Kopftuchkauf in Abyaneh
6. in Khuzestan
7. nicht jedem gefällt mein Kopftuchoutfit

Ein Problem habe ich allerdings schon mit dem Kopftuch (mal abgesehen davon, dass es im Sommer recht warm werden kann): Seitdem ich hier bin sind meine Haare ständig platt. Da ich das Kopftuch ja bei Freunden oder zuhause nicht auflassen möchte, habe ich dann auch nichts mehr, um das Nicht-Vorhandensein jeglichen Volumens zu verstecken. Wenn hier jemand einen Tipp hat – ich bin für jeden Vorschlag offen.

Alfonso

Es wird Zeit, dass ihr meinen ständigen Reisebegleiter kennen lernt. Darf ich vorstellen: Alfonso. Seit ungefähr einem Jahr sind Alfonso und ich immer zusammen auf Abenteuer- und Schatzsuche. Alfonso hasst es, im Koffer zu reisen und besteht auf Mitnahme im Handgepäck. Das Durchleutetwerden an der Sicherheitskontrolle behagt ihm allerdings gar nicht.

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Alfonso liebt große Hotelbetten (weil er dann nicht auf dem Sofa schlafen muss), Sonnenbrillen, Spaghetti Bolognese und Luftmatratzen. Sand im Fell mag Alfonso gar nicht. Genau wie ich isst Alfonso gern und viel (allerdings keinen Wackelpudding und kein Spiegelei). Seiner Löwennatur kommen besonders Reisen in warme Länder sehr entgegen. In seiner Freizeit lernt Alfonso Italienisch und surft im Internet. Im Sommer liegt er gern auf dem Balkon und lässt sich den Wind durch die Mähne wehen. Im Winter geht er nur ungern vor die Tür (und das auch nur in seiner dicken Daunenjacke).

Wenn er genug Schlaf bekommen hat ist Alfonso eigentlich immer gut gelaunt und zu Abenteuern bereit. Er ist sehr äußerst neugierig und sehr beharrlich. Außerdem ist er ein sehr entspannter Beifahrer. Ich möchte Alfonso als treuen Freund und Reisebegleiter nicht mehr missen. Wir freuen uns schon auf unsere Reise in den Oman!

1394

Ich bin zwar eine Woche zu spät dran, wollte euch aber trotzdem noch ‚Happy Norouz!‘ wünschen. Norouz ist das iranische Neujahrsfest und das größte Fest des Jahres im Iran. Die Perser richten sich nach einem reinen, 1925 gesetzlich festgelegten Sonnenkalender. Da der Jahresbeginn auf den astronomischen Frühlingsbeginn festgelegt wird, beginnt das neue Jahr im März, bzw. im iranischen Monat Farvadin. Die Zeitrechnung startet bei der Flucht des Propheten Mohammed von Mekka nach Medina. Daher befinden wir uns hier jetzt also im Jahr 1394. Das hat bei mir die Frage aufgeworfen, was in Deutschland 1394 so los war. Auf weltchronik.de konnte ich mich darüber informieren, dass König Wenzel vorübergehend von seinem Vetter Jobst von Mähren gefangen genommen wurde und darüber hinaus die Kölner und Kurpfälzer Kurfürsten über eine Kandidatur des englischen Königs Richard II zum deutschen König verhandelt haben. Aha. Ich muss gestehen, dass ich noch nie ein großer Geschichtsfan war und auch diese bahnbrechenden Erkenntnisse haben mich nicht dazu bewogen, einer zu werden. Viel spannender finde ich, wie hier Norouz gefeiert wird (und ja, auch das hat einen geschichtlichen Ursprung, ich weiß).

Norouz bedeutet übersetzt ’neuer Tag‘. Meine Nachforschungen haben ergeben, dass es sich um ein Fest zarathustrischen Ursprungs handelt und seit etwa 3000 Jahren gefeiert wird.

Die Norouzfeierlichkeiten erstrecken sich über einen Zeitraum von zwei Wochen, wobei man dazu sagen muss, dass es einen Monat vorher schon zugeht wie bei uns in der Vorweihnachtszeit. Diese Zeit nutzen die Iraner nämlich dafür alles ’neu zu machen‘. Das geht vom Hausputz über den Kauf von neuen Gardinen bis hin zum Kauf von Geschenken für die Lieben oder den Kauf eigener neuer Garderobe. Am eigentlichen Norouzabend ist es nämlich üblich, zumindest ein neues Kleidungsstück zu tragen (just one reason to love Norouz!). Bei all den Vorbereitungen ist es natürlich nicht verwunderlich, dass es in der Stadt zu noch mehr Stau kommt, als sowieso schon. Diesen Stau nutzen iranische Jugendliche, um als ‚Haji Firuz‘ zwischen den Autos herumzuspringen. Ich habe den Sinn dahinter noch nicht ganz verstanden, habe den rotgekleideten und im Gesicht schwarzbeschmierten singenden Figuren aber meistens eine Kleinigkeit gegeben, da sie sich sonst nicht vor dem Auto wegbewegen und die einzige, gesellschaftlich nicht akzeptierte Alternative Überfahren wäre.

Die eigentlichen Feierlichkeiten beginnen in der Nacht zum letzten Mittwoch des Jahres, an dem Tschahar-Schanbe-Suri (Tschahar-Schanbe = Mittwoch, Suri = Röte bzw. Feuer). An diesem Abend werden Feuer angezündet, über die der Reihe nach oder Hand in Hand gesprungen wird. Traditionell sagt man dazu den Spruch Das Gelbe (die Krankheit) in meinem Gesicht ist für dich, das Rote (die Gesundheit) in dir soll zu mir. Das soll dazu dienen, das Alte hinter sich zu lassen und Glück für das neue Jahr bringen. Ich habe natürlich die Gelegenheit genutzt und bin elegant wie eine Elfe über fünf hintereinander angezündete Feuer gesprungen. Leider habe ich den Spruch nicht aufgesagt, weil mich das multi-tasking-technisch überfordert hat.  Ich hoffe es wirkt trotzdem, bin aber zumindest schon mal froh, dass ich mir nicht den Hintern verbrannt habe.

TschaharSchanbeSuri

Hat man das Feuerspringen unbeschadet überstanden geht es daran, den wohl wichtigsten Brauch Haft Sin vorzubereiten. Hierbei handelt es sich um einen Tisch mit sieben Gegenständen, die alle mit dem persichen Buchstaben ’sin‘, als ’s‘ beginnen.

Traditionell wird aufgetischt:

  • – Sabze (Weizen bzw. alternative Linsensprossen) = neues Leben
  • – Samanu (Weizenspeise) = gute Ernte
  • – Sir (Knoblauch) = Medizin
  • – Somagh (Gewürz) = Sonnenaufgang
  • – Sib (Apfel) = Schönheit und Gesundheit
  • – Senjed (Mehlbeeren) = Liebe
  • – Serke (Essig) = Geduld und Alter

alternativ kann man auch Sekke (Münzen) = Reichtum oder Sonbol (Hyazinthe) = Natur auf den Tisch packen.

Zusätzlich wird der Tisch mit einem Spiegel (= Wahrheit, Ehrlichkeit), einem armen kleinen roten Goldfisch im Glas (steht für den Kara Mahi aus dem Zarathustrismus, einem mythischen Fisch der gegen schlechte Kreaturen kämpft), Wasser, Brot, bemalten Eiern (Fruchtbarkeit), Kerzen (Licht, Fröhlichkeit, außerdem heiliges Symbol des Zarathustrismus) und einem heiligen Buch dekoriert.

HaftSin

An Norouz gibt es dann Geschenke und das traditionelle Neujahrsessen, bestehend aus Reis mit grünen Kräutern und gebratenem Fisch.

Spätestens danach brechen viele iranische Familien zu einem Familienbesuch oder zu einem Urlaub, beispielsweise ans kaspische Meer auf. Teheran ist dann wie leergefegt.

Am 13. Tag des neues Jahres (Sizdah-Bedar) enden die Norouzfeierlichkeiten mit einem Picknicktag. An diesem Tag wird auch der Haft Sin Tisch abgedeckt. Die Goldfische werden dann übrigens in Teichen und Flüssen freigelassen.

Ich hoffe, das ist jetzt nicht zu lang geworden…

Auf ’ner schönen grünen Wiese…

Auf unserem gestrigen Spaziergang durch den Teheraner Norden habe ich einen etwas kuriosen Fund gemacht. Mitten auf der Straße lag ein Babyelefantenkostüm. Das habe ich natürlich sofort festgehalten (leider nur mit dem Handy, ich muss wirklich daran denken, meine Kamera öfter mitzunehmen). Ich wüsste gern, wer das kleine flauschige Kostüm mit Rüssel verloren hat und ob der oder diejenige es schon vermisst. Wenigstens ist es kein Kuscheltier.

... liegt ein großer grauer Berg...

… liegt ein großer grauer Berg…

Wir waren übrigens im Viertel Elahiyeh und Zaferaniyeh unterwegs. Hier standen früher viele kleine Villen mit schönen Gärten in denen die besser gestellten Teheraner Familien wohnten. Leider mussten die Villen nach und nach immer mehr größeren Mehrfamilienhäusern weichen, in denen zu stolzen Preisen Mietwohnungen zu haben sind. Die kleinen verwinkelten Straßen sind für das höhere Verkehrsaufkommen nicht unbedingt geeignet, weswegen es auch hier – Überraschung – häufig zu Stau kommt. Trotzdem ist es hier viel grüner als im Süden der Stadt und man hat die Möglichkeit verschiedene kleine Parks mit hübschen Cafés zu besuchen. Von hier ist man übrigens auch ganz schnell am Tajrish-Platz, dem nördlichen Ende der Vali-Asr Straße. Am Tajrish gibt es nicht nur einen Basar, sondern auch viele kleine Geschäfte, in denen fleißig eingekauft wird. Wer sich ein bisschen auskennt, kann hier so gut wie alles finden. Bei nächster Gelegenheit werde ich dort mal für euch auf Schatzsuche gehen (und zwar mit Kamera!).


Findet ihr das alte Benjamin Blümchen Lied nicht auch viel schöner als das neue? Ich habe mal gegoogelt und war ganz überrascht, dass es das neue Lied wohl schon 1987 gab. Ich als 88er Kind kann mich trotzdem viel besser an das alte Lied erinnern – vermutlich weil ich meine Kassetten im gebraucht auf diversen Flohmärkten zusammengesammelt habe.

Stau!

Eine meiner Hauptbeschäftigungen hier in Teheran ist es, im Stau zu stehen. Und zwar regelmäßig. Und lang. Leider lässt sich das kaum vermeiden, wenn man täglich zur Arbeit möchte, ohne die fünfzehn Kilometer spazierengehenderweise zurückzulegen (wobei sich auch Fußgänger hier gern auf der Autobahn aufhalten).

Heimweg1

Ein ausnahmsweise stauloser Heimweg.

Inzwischen habe ich ein paar Wege gefunden, die mir einen Stau-Aufenthalt so angenehm wie möglich machen. Hier meine Top Five:

  1. Ein eigenes Auto! Das erste Jahr habe ich mich geweigert, mich bei dem mörderischen Verkehr selbst hinters Steuer zu setzen. Aber nach zwei Sommern in alten Taxen, die ohne Klimaanlage mit offenen Fenstern und geschmacklich fragwürdiger musikalischer Beschallung durch den Smog krochen, habe ich meine Angst überwunden. Man hat nur eine gewisse Anzahl von Tagen, die man es auf einer noch mit Plastikfolie umhüllten Sitzbank klebend aushält (aus einem mir unbekannten Grund lassen die Iraner die Plastikverpackung auch noch an der Innenverkleidung, wenn der Wagen außen schon völlig verbeult ist). Meine Sitzbank-Kleb-Tage sind auf jeden Fall bis auf Weiteres aufgebraucht. Ich musste Abhilfe schaffen. Mein allerliebster neuer (und natürlich nicht mehr ganz unverkratzter) kleiner Kia-Picanto, genannt Putzi (weil putzig), verfügt über Klimaanlage, CD-Spieler und muss nur alle zwei Wochen getankt werden (eine Tankfüllung kostet um die zehn Euro).
  2. MEINE Musik! Ich habe nicht gegen iranische Musik, ABER kann diese, genau wie manche anderen Musikarten nur in Maßen und angemessener Lautstärke ertragen. Das ist den Taxifahrern allerdings meistens egal. In meinem Auto kann ich hören was ich möchte, wann ich es möchte und wie laut ich es möchte. Und ich kann sogar mitsingen.
  3. Nahrung! Mal abgesehen von Ramadan, wenn man in der Öffentlichkeit tagsüber gar nicht essen und trinken darf, habe ich immer eine Kleinigkeit zu essen im Auto. Seid ihr schon mal in die Verlegenheit geraten nach zwei Stunden im Stau mangels Löffel Vanillepudding aus einem Becher zu lecken? Spätestens nach dieser Erfahrung bin ich für alle Eventualitäten gerüstet.
  4. Notizblock und Stift. Manchmal kommen mir wenn ich im Stau stehe, die allerbesten Ideen. Leider dauert der Stau meistens so lange, dass sie alle wieder weg sind, bis ich es endlich nach Hause geschafft habe. Deshalb habe ich immer was zum Schreiben dabei.
  5. Das Wichtigste zum Schluss: Egal ob nötig oder nicht, vor Feierabend unbedingt einen Abstecher ins Bad machen. Nichts ist schlimmer, als mit der Aussicht, noch mindestens eine Stunde im Stau zu stehen, dringend auf die Toilette zu müssen. Wirklich gar nichts.

Gute Fahrt!

Stoffblätter

Direkt an der Vali-Asr, der längsten Straße Teherans, liegt in meiner unmittelbaren Nachbarschaft der Bagh-e Ferdows. Ich gehe gern im Park vorbei um in einem der beiden Cafés einen Tee zu trinken oder einfach nur ein bisschen draußen zu sitzen.

Highlight des kleinen Parks ist wohl der gut erhaltene Palast aus der Qajaren-Zeit, der heute als Kinomuseum genutzt wird. Neben dem Museum beherbergt er auch einen Kinosaal, in dem regelmäßig persische Filme gezeigt werden.

Vor dem Park befindet sich ein öffentlicher Grünstreifen, der immer liebevoll bepflanzt ist und sich hervorragend dazu eignet, auf dem Heimweg mit einem Eis in der Hand eine kleine Pause einzulegen und Leute zu beobachten.

Pappbäume1

Als ich neulich auf dem Heimweg dort vorbeiging, wurde ich von einer kleinen Ausstellung überrascht. Studenten hatten auf dem Grünstreifen Bäume aus Pappe in verschiedensten Größen und Formen aufgestellt, um an den Wert der Natur zu erinnern.

Während ich mit meinem Handy ein paar Fotos machte, fielen mir diese Stoffblätter auf, die von einer der Baumstatuen abgefallen waren. Auch wenn fallende Blätter eigentlich eher an Herbst erinnern habe ich sie als kleine Frühlingsboten mitgenommen.


Sorry für die schlechte Bildqualität! Ich hatte leider nur mein Handy dabei…

Strandgut

Am Wochenende war ich mit Freunden in meiner Wahlheimat unterwegs und habe die Insel Qeshm besucht. Qeshm liegt im Persischen Golf und gehört zum Iran. Mit dem Flugzeug waren wir von Teheran innerhalb von zwei Stunden am ‚Qeshm International Airport‘, der aus zwei winzigen Terminals mit genau einem Kofferband besteht und von dem täglich nicht mehr als fünf Flüge gehen. Übernachtet haben wir bei einer Familie in einem kleinen Dorf in der Nähe des Flughafens, die Übernachtungsmöglichkeiten für Touristen anbietet. Wen es nicht stört, mit Schlafsack auf dem Teppich zu schlafen, ist da gut aufgehoben. Besichtigt haben wir so ziemlich alles, außer der Hauptstadt der Insel. Die lohnt sich nach Auskunft von Bekannten nur, wenn man eine günstige Mikrowelle oder ähnliches kaufen möchte – Qeshm ist nämlich genau wie die Insel Kish eine Freihandelszone.

Der kleine Strand hat sich als wahre Fundgrube herausgestellt.

Der kleine Strand hat sich als wahre Fundgrube herausgestellt.

Wir haben uns eher auf die Natur konzentriert und den Mangroven-Wald, die Kharbas Höhlen, das Chahkouh Valley und das Stars Valley besucht. Letzteres ist wunderschön, bietet aber für Leute mit Höhenangst wie mich seine ganz eigenen Herausforderungen. Eine Bootsfahrt durfte natürlich auch nicht fehlen. Wir haben sogar zwei Delfine gesehen! Leider waren sie so schnell wieder abgetaucht, dass ich sie nicht aufs Foto bekommen habe. Halt gemacht haben wir auch auf der kleinen Insel Hormoz, an einem wunderschönen kleinen Sandstrand mit Glitzersand, an dem ich mich ewig hätte aufhalten können. Auch ein kleiner Strand, an dem Boote gebaut und restauriert wurden und das kleine Dörfchen Laft standen auf unserem Programm. Und seht mal, was ich alles gefunden habe!

Erinnerungen und Strandgut.

Erinnerungen und Strandgut.