Jomhouri-Basar

Eine meiner liebsten Freitagsbeschäftigungen ist ein Besuch beim Jomhouri-Basar, der jeden Freitag in einem Parkhaus in der Innenstadt stattfindet. Von Antiquitäten über Manteaus bis hin zu Kochtöpfen kann man hier alles finden. Neben professionellen Händlern verkaufen hier Privatpersonen und junge Designer. Hier herrscht immer Flohmarktatmosphäre und Handeln ist erwünscht. Man sollte spätestens um neun Uhr da sein, da das Gedränge mit der Zeit so dicht wird, dass man nicht mehr in Ruhe stöbern und schauen kann. Ich liebe den Jomhouri-Basar, da man hier immer schöne und vor allen Dingen günstige Einzelstücke, Mitbringsel und Kleinigkeiten finden kann. Für mich habe ich heute ein Kopftuch (ja, ja, ich weiß…) für 3 Euro, eine Pluderhose für 5 Euro und ein Lederarmband mit Granatapfelanhänger mitgebracht.

Den Jomhouri-Basar findet ihr übrigens in der Jomhouri Eslami Straße. Hier könnte ihr auch das älteste Hochhaus Teherans (keine Schönheit, aber naja) bewundern. Wer möchte kann hier auch Eis oder Milchshake kaufen. Beides ist mit Vorsicht zu genießen und bietet für Neuankömmlinge eine Durchfallgarantie. Praktischerweise ist direkt gegenüber der Eisläden die ‚Deutsche Apotheke‘ (keiner konnte mir sagen, warum sie so heißt), die sehr gut ausgestattet ist.

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Hier geht’s lang!

Das älteste Hochhaus Teherans.

Das älteste Hochhaus Teherans.

Und hier geht's rein.

Und hier geht’s rein.

Fotografieren ist übrigens nicht erwünscht. Daher immer fragen, wenn ihr an einem Stand Fotos machen möchtet.

Fotografieren ist übrigens nicht erwünscht. Daher immer fragen, wenn ihr an einem Stand Fotos machen möchtet.

Für eine Basarbesuch hilft es sehr, wenn man zumindest die Zahlen auf Farsi kann. Zur Not klappt die Verständigung aber auch mit Händen und Füßen. Die Iraner sind da sehr geduldig und hilfsbereit. Als Ausländerin fällt man auf dem Basar auf jeden Fall auf. Daher sollte man nicht nur (wie überall auf der Welt wo Gedrängel herrscht) auf seine Handtasche aufpassen, sondern auch auf seine Kleidung achten. Obwohl ich heute ziemlich lässig unterwegs war, ist mir mal wieder ein sehr hartnäckiger Herr hinterher gelaufen. Nachdem ich ihm zweimal freundlich zu verstehen gegeben habe, dass ich meine Ruhe haben möchte und er trotzdem weiter an meinem Manteauzipfel klebte, musste ich ihn leider sehr laut dazu auffordern, sich zu verziehen. Das funktioniert eigentlich immer. Auch wenn man auf Englisch schimpft und die passende ‚Verschwinde‘ Handgeste dazu macht, ist es den Männern zu peinlich, einem weiter hinterher zu laufen. Wenn gar nichts mehr geht, einfach Händler ansprechen und auf das Problem aufmerksam machen. Die kümmern sich dann darum.

Ich fühle mich hier auch allein als Frau unterwegs eigentlich sehr wohl. Da die Iraner Touristen nicht so sehr gewöhnt sind wird man zwar oft angesprochen und auch angeschaut, dies aber meist nur aus Neugierde und ohne Hintergedanken. Leider ist es mir trotzdem schon passiert, dass mir Männer mit der Bitte um meine Handynummer auf der Straße hinterher gelaufen sind oder mich, weil ich sie ignoriert habe, am Handgelenk gepackt habe. Die beste Möglichkeit diese unliebsamen Verehrer loszuwerden ist wie schon gesagt: Krach schlagen. Auch ein (Fake)Ehering kann potentielle Flirtversuche vereiteln.

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Ich konnte auf jeden Fall meinen Einkaufsbummel ungestört fortsetzen und habe auch für euch eine Kleinigkeit gefunden. Mein allererstes Give-Away frisch vom Freitagsbasar könnt ihr ab morgen hier gewinnen.

4 Kommentare zu “Jomhouri-Basar

  1. Ach, da hast du wirklich einen Punkt angesprochen, der mich aktuell sehr beschäftigt: Das alleine im Ausland sein – und dann eben noch als Frau. Ich bin jetzt soweit, dass ich statt Italien doch lieber wahnsinnig gerne einen Urlaub in einem asiatischen Land machen würde. Leider habe ich gerade durch meinen Beruf schon viele negative Erlebnisse von Touristen gerade in China oder Thailand gehört – was gleichzeitig für mich aber doch sehr abschreckend ist 😛 Andererseits sagst du ja, dass du dich selbst eigentlich sicher fühlst und manchmal malt man einfach nur den Teufel an die Wand.

    Den Basar hätte ich auch nur zu gerne gesehen! Die Taschen und Geldbeutel sehen wirklich sehr toll aus. Das wäre auch was für mich gewesen 🙂

    Liebe Grüße
    Tanja

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    • hallo tanja, danke für deinen lieben kommentar 🙂 ich würde sagen, dass man im iran als frau ziemlich sicher unterwegs ist. da habe ich in arabischen ländern ganz andere erfahrungen gemacht. also trau dich ruhig 🙂

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      • Ich hab jetzt die sichere Variante genommen und mich erst Mal für eine Gruppenreise nach Thailand entschieden. Klein muss man anfangen! 🙂

        Bist du denn ganz alleine in den Iran gegangen?

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