Mein kleiner großer Buchschatz

Da ich seit Tagen mit Ohrenschmerzen und laufender Nase durch meine Wohnung tappe, ist meine Abenteuertauglichkeit leider ein bisschen eingeschränkt. Daher habe ich beschlossen, an noch einer Blogparade, diesmal zum Thema ‚Dein Schatz im Bücherregal‘ teilzunehmen.

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Da ich gern lese ist mir die Auswahl gar nicht so leicht gefallen. Am Ende blieben zwei Bücher übrig. Der Buchschatz, den ich euch zeigen möchte, hat nur ganz knapp vor einem meiner allerliebsten Lieblingsbücher, ‚The Giver‘ von Lois Lowry (guckt euch bloß nicht die Verfilmung an!), gewonnen. Und hier ist er: der Lonely Planet Encounter Brussels, Bruges, Antwerp & Ghent von Catherine Le Nevez (Auflage 2008). Weder besonders auffällig, noch besonders alt oder offensichtlich wertvoll, aber für mich von ganz besonderer Bedeutung.

Ich habe den kleinen Lonely Planet im Sommer 2009 für meine allererste Reise ganz allein gekauft. Ziel sollten genau die vier genannten Städte sein, weswegen der Lonely Planet für mich perfekt gepasst hat. Ich muss dazu sagen, dass es sich um eine Reise mit Sicherheitsnetz handelte, da ich Verwandte in Antwerpen habe. Trotzdem hatte ich mir die Stadt noch nie richtig angesehen und war in den anderen Städten noch nie gewesen. Da ich zu der Zeit studiert habe musste ich auch ein wenig auf mein Reisebudget schauen, weswegen ein Land in der Nähe die erste Wahl war. Ich stellte einen Reiseplan für zwei Wochen auf, buchte mein Zugticket von Frankfurt nach Brüssel, sicherte mir Übernachtungsmöglichkeiten über Couchsurfing bzw. im Hostel und packte meinen roten Rucksack.

Dann ging es auch schon los. In Brüssel schlief ich zwei Nächte lang bei Sara, die in einer WG mit 11 weiteren Mitbewohnern wohnte und am ersten Abend eine riesige Party schmiss. Tagsüber erkundete ich bei strömendem Regen die Stadt und stopfte so viele belgische Waffeln in mich hinein wie möglich. Außerdem beschloss ich spontan meine Reiseroute um einen Besuch in Paris zu erweitern. Ich fand den besten Host aller Zeiten und verliebte mich Hals über Kopf in die wunderschöne Stadt, in der während meines ganzen Besuchs die Sonne schien. Es gefiel mir so gut, dass ich meinen Besuch auf 5 Tage ausdehnte und Ghent von der Liste strich.

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Daher ging es im Anschluss direkt nach Brügge, wo ich nach einem Tagesausflug nach Oostende mit Sonnenbrand und Blasen an den Füßen in meinen neuen 5 Euro Flip-Flops durch die kleinen Gassen humpelte. Endstation war zwei Tage später Antwerpen. Hier schaute ich mir neben der Innenstadt das Modemuseum, diverse Vintage-Läden, Biergeschäfte und Pommesbuden an.

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Meine erste Reise allein war für mich ein riesiges Abenteuer. Ich habe schöne Orte und wundervolle Menschen kennengelernt. Außerdem habe ich eine Menge über mich selbst gelernt. Mein kleiner Lonely Planet mit der herausnehmbaren Karte war überall dabei. Weil an diesem kleinen Buch so viele schöne Erinnerungen hängen, ist es mein Buchschatz Nummer 1. Wohin ging eure erste Reise allein?


Dieser Beitrag ist Teil der Blogparade von Arne mit dem Titel ‚Dein Schatz im Bücherregal‘. Den Blog von Arne findet ihr unter www.akerlin.de.

4 Kommentare zu “Mein kleiner großer Buchschatz

  1. Das klingt nach einer großartigen Reise!
    Eine WG mit 12 Leuten stelle ich mir allerdings als eine ziemlich große Herausforderung vor. Ich habe jahrelang mit einem einzigen Mitbewohner gewohnt und auch das war schon nicht immer einfach… 😀
    In Brüssel habe ich – vor vielen Jahren auf einem Interrail-Trip – mal auf der Straße übernachtet, da wir den Anschlusszug verpasst haben. Ansonsten war es aber eine echt ganz coole Stadt!
    Jedenfalls großartig, dass Du deinen Reiseführer aufgehoben hast und das er Dich immer wieder an all die kleinen und großen Geschichten, die Du auf der Reise erlebt hast, erinnert. Ein wirklicher Buchschatz!

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  2. Bei der Geschichte kann ich sehr gut verstehen, warum dieses Buch dein großer Schatz ist! 😀 Es ist schön, wenn man damit so ein Abenteuer verbinden kann – und so wie ich anhand der Fotos sehen kann, gabs auch noch eine schöne Stadt als Extra obendrauf 🙂

    Meine erste Reise ganz alleine war 2011 nach London. Ich hab mich dort für drei Wochen in einer Sprachschule angemeldet. Allerdings habe ich mir auch einen doppelten Boden quasi gesichert, weil ich schon zuvor übers Internet mit einem anderen Mädchen aus Freiburg Kontakt aufgenommen habe, die dort ebenfalls zu der Zeit hinflog. Wenn auch sporadisch, wir haben heute noch Kontakt. Was Facebook und Instagram eben so alles möglich macht 😀 Wenn ich daran so zurück denke, war das damals auch ein richtiges Abenteuer. Über manche Dinge kann man echt heute nur noch den Kopf schütteln. 😀

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  3. Ich habe früher nie Reiseführer benutzt. Bin immer nur drauf los geflogen oder gefahren und dann wahllos umher geschlendert.
    Heute hab ich Reiseführer ziemlich gern…nicht nur weil es (für mich) cool ist sie im Schrank stehen zu haben, sondern weil ich die Vorbereitungen zur Reise einfach sowas von liebe. Schon mal stöbern, was man alles tolles entdecken kann, was man unbedingt essen muss..usw. ich liebe es. Macht meinen Alltag viel strahlender…vergesse dann soagr rechtzeitig schlafen zu gehen. Haha.
    Und dann im Reiseland liegt er im Restaurant aufm Tisch und wir schauen rein..dann entdecken wir etwas was wir zufällig sogar gemacht haben und sind super stolz (ging uns z.b. in Vietnam – Hanoi so, als wir im coolsten Fischrestaurant der Stadt waren)
    Und dann zuhause..wenn Eintrittskarten, Postkarten und Fahrscheine und all so n Kram im Reiseführer liegen, ist er sowieso am schönsten.

    Brügge und Gent besuche ich jetzt übrigens im Mai. Bin schon sehr gespannt drauf.

    Meine erste Reise alleine, gab es in sofern nicht wirklich, da ich bisher entweder mit der besten Freundin oder meinem Freund unterwegs war. Oder ich habe Freunde im Ausland besucht.

    Aber die erste Reise mit meiner besten Freundin (ohne Eltern..Erwachsene) ging nach Berlin, München und den Starnberger See. Die wohl abenteuerlichste Reise war 1 Monat Backpacking durch Spanien (v.a. Andalusien). Da haben wir oft am Strand oder auf Bänken geschlafen und uns total in die Hosen gemacht..nur hat es bis zum Ende der Reise keiner von uns beiden angesprochen/zugegeben. Jeder dachte vom anderen: Ok..wenn sie das so easy macht, dann schaff ich das auch. Im Nachhinein total zum schießen.

    Ja..jugendliches Reisen (so wie auch deines klingt) ist eben noch ganz anders und ne tolle Erfahrung!!!! 🙂

    LG Janine

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    • 😀 sehr gut! das ist genauso wie sich totmüde noch irgendwo hinzuschleppen, weil der andere ja noch sooo wach ist nur um später gesagt zu bekommen, dass der andere eigentlich auch total fertig ist. auf diese weise habe ich schon ziemlich viel gesehen, was ich sonst nicht gesehen hätte. das waren noch zeiten!

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