Ann in der Teppichfabrik

Erstmal ein ganz großes ‚Tut mir Leid‘ dafür, dass in der vergangenen Woche nichts von mir zu hören war. Ich hatte unglaublich viel zu tun und dann keine Zeit mehr, um etwas zu schreiben geschweige denn Fotos zu schießen. Damit so eine lange Durststrecke in Zukunft nicht mehr vorkommt, habe ich mir jetzt eine Blogroutine überlegt. Ab sofort gibt es jeden Montag, Donnerstag und Samstag Neuigkeiten auf dem Blog. Soweit der Plan. Schauen wir mal, wie das klappt. Habt ihr auch feste Blogging-Tage oder macht ihr das frei Schnauze?

Gestern habe ich eine Teppichfabrik in Karaj, einer Stadt im Westen von Teheran, besucht und möchte euch gern an meinen Eindrücken  teilhaben lassen. Eigentlich bin ich kein großer Fan klassisch-persischer Teppiche. Ich mag es lieber schlicht. Mein Freund und Mitbewohner D. mag gar keine Teppiche (was schade ist, da ich mit Vorliebe auf dem Boden sitze) und hat mich daher schon vor meinem Aufbruch in die Fabrik gewarnt, bloß nicht mit einem Teppich wiederzukommen. Aber ich wollte ja sowieso ‚nur mal gucken‘ (ihr seht worauf das hinausläuft, oder?).

Nach Karaj sind es etwa vierzig Kilometer, was auf dem Hinweg unproblematisch zu bewältigen war. Die Fabrik liegt am Rand der Stadt direkt an der Autobahn und war leicht zu finden. Nach einem Mittagessen (ich liebe die iranische Gastfreundschaft!) konnte unsere Gruppe sich erstmal anschauen, wie die Teppiche gewaschen werden. Insgesamt finden drei Waschgänge statt, die ganz schön lange dauern. Anschließend werden die Teppiche zum Trocknen aufgehängt, was ein schönes farbenfrohes Bild ergibt.

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In der ersten Halle wurden die Teppiche geschoren, d.h. die überflüssige Wolle oben abgekämmt und abgeschoren. Die Wollreste nehmen übrigens die Fabrikarbeiter mit, um damit Kissen zu stopfen. Ich musste natürlich unbedingt mal reingrapschen und hatte dann lauter pieksende Wollreste an den Fingern kleben. Den Kopf habe ich mir auch noch gestoßen. Natürlich. Kennt ihr die Szene im Film Amelie, wo Audrey Tautou mit den Fingern ganz sinnlich durch Säcke mit verschiedenen Lebensmitteln fährt? Ungefähr so dürft ihr euch mein Erlebnis nicht vorstellen.

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In der zweiten Halle konnten wir uns dann endgültig davon überzeugen, warum persische Teppiche eigentlich so teuer sind. Hier saßen zahlreiche Arbeiter auf dem Boden über verschiedene Teppiche gebeugt und führten verschiedene Arbeitsschritte aus. Ränder weben, Muster begradigen etc. Ein Riesenaufwand. Geknüpft werden die Teppiche die in dieser Fabrik geknüpft werden übrigens von Knüpferinnen in den umliegenden Orten am heimischen Webstuhl. Erst im Anschluss erreichen sie die Fabrik und erhalten dort ihren Feinschliff.

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Die dritte und letzte Halle beherbergte die fertigen Teppiche. Stapelweise Teppiche. Aladdin wäre ausgeflippt vor Begeisterung. Obwohl ich zum ‚nur mal gucken‘ gekommen war, habe ich nach Herzenslust gestöbert und mir Teppiche in allen Größen und Farben angesehen. Neben den klassisch-persischen Teppichen habe ich auch einen Stapel mit Kelim Teppichen gefunden. Ich habe mich sofort in einen der Teppiche verliebt. Leider war er so klein, dass er gerade mal für Alfonso gereicht hätte. In größer gab es dasselbe Muster leider nicht, da alles Unikate sind. Aber ich hatte Blut geleckt und habe mich durch den ganzen Stapel gearbeitet. Dabei habe ich doch tatsächlich noch ein schönes Exemplar ausgegraben. Besonders angesprochen hat mich die Farbkombination mit schwarz, was bei den persischen Kelims eher untypisch ist. Ich habe einen guten Preis von knapp 100 € für meinen Kelim bekommen. Jetzt darf er meine Schrankecke schmücken (da stört er nämlich auch D. nicht). Es ist übrigens der oben links. Wie gefällt er euch?

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Ich bin auch endlich dazu gekommen, den Gewinner des kleinen Give-Aways auszulosen (über random.org). Gewonnen hat *trommelwirbel* Tanja! Ich hoffe du hast viel Freude damit! Das Päckchen macht sich dann Ende der Woche auf den Weg. Alle anderen kann ich vielleicht damit trösten, dass es sicher nicht meine letzte Verlosung war 🙂

4 Kommentare zu “Ann in der Teppichfabrik

  1. Sehr schön geschrieben! Und schöner Teppich!!! Wir mögens auch eher schlicht und einfarbig, aber er ist ja quasi ein Souvenier und Erinnerungsstück. Das ist was anderes! 😉 Feste Bloggingtage haben wir übrigens nicht. Meist gehen unsere Beiträge am Wochenende online, weil wir da zum Schreiben kommen, aber da wir jetzt auch wieder viel mit dem Zelt unterwegs sind, wird’s bei uns jetzt wieder etwas ruhiger und wir bloggen nach Lust und Laune so wie es uns gerade passt 🙂
    Aber wir freuen uns schon auf deine nächsten Posts! LG

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  2. Hey du,
    ein echt toller Artikel, es hat richtig Spaß gemacht, den zu lesen. Ich finde den Teppich oben rechts supermegaschön! War das der, der zu klein war?
    Im Moment blogge ich sehr viel, und zwar über Hamburg, weil ich hier gerade ein Praktikum mache. Zu Hause werde ich dann nicht mehr so viel Zeit haben, da warten Masterarbeit und Studentenjob. Außerdem entdecke ich da ja auch nicht jeden Tag eine fremde Stadt. Ich hab mir aber vorgenommen, auch mal Köln sozusagen als Touristin zu erkunden!
    Liebe Grüße
    Rosa

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