Persische Küche – Mirza Ghasemi

Heute habe ich eine kleine persische Köstlichkeit für euch gezaubert: Mirza Ghasemi oder zu gut deutsch Rotes Auberginenmousse. Mirza Ghasemi wird meistens als Vorspeise oder Beilage gegessen und mit Fladenbrot kombiniert. Ich finde es total lecker und kann es auch ohne Probleme ohne alles als Hauptspeise in mich hinein schaufeln. Ansonsten esse ich es gerne auf Sesamringen. Warm oder kalt, alles ist möglich.

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Ich wirklich keine große Küchenfee, aber das hier geht wirklich einfach. Das Rezept habe ich von der Ehefrau von einem meiner lieben Kollegen bekommen, bei dem ich das Gericht zum ersten Mal probiert habe. Vielen Dank an dieser Stelle!

Wenn ihr Mirza Ghasemi für vier Personen nachkochen möchtet braucht ihr:

  • 3 große Auberginen
  • 3 Tomaten, gewürfelt
  • 2 Eier
  • 3 Knoblauchzehen, klein gehackt
  • 1 Teelöffel Tomatenmark
  • 1 Teelöffel Kurkuma
  • Salz, Pfeffer

Zuerst die Auberginen bei 200 Grad für 40 Minuten ungeschält in den Ofen geben. Anschließend das Mark ausschaben und in eine Schüssel geben. Mit einem Mixer oder Pürierstab zu einem Mus verarbeiten.

Knoblauch fein hacken und in einer beschichteten Pfanne golden rösten. Danach Kurkuma hinzugeben und umrühren. Anschließend das Auberginenmus in die Pfanne geben und eine Minuten garen. Mehrmals umrühren!

Dann die gewürfelten Tomaten und das Tomatenmark hinzugeben und bei schwacher Hitze nochmal 5 Minuten garen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Anschließend die beiden Eier schlagen.

Zum Schluss kleine Krater in der Auberginen-Tomaten Masse formen, das Ei hineingeben und stocken lassen. Dann mit dem Mus verrühren, bis eine einheitliche Konsistenz ensteht.

Und schon seid ihr fertig! Nushe jan! (Guten Appetitt!)

Interessiert ihr euch für weitere persische Gerichte oder auch Kochbücher? Dann probekoche (und esse) und berichte ich gern noch weiter für euch!

Einkaufen Tehran Style

Im letzten Post hatte ich euch ja versprochen, euch mit einkaufen zu nehmen. Da ich für gewöhnlich freitags den Wocheneinkauf mache war heute die perfekte Gelegenheit. Allerdings musste ich erst Putzi (mein Auto) auftanken fahren, da der Tank schon auf Reserve stand. Es kam wie es nicht anders kommen konnte: Stau. Zum Glück habe ich es trotzdem zur Tankstelle geschafft und habe mich danach für die einfachste Einkaufvariante entschieden. In Teheran gibt es nämlich drei Möglichkeiten, an Lebensmittel zu kommen:

1. Der große Supermarkt in der neuen Einkaufsmall Palladium. Die Mall gibt es jetzt seit etwa einem halben Jahr. Davor war ich auf die kleineren Supermärkte in der Umgebung angewiesen, die bei Weitem nicht so gut ausgestattet sind.

2. Zusammensuchen aller Lebensmittel in verschiedenen Tante-Emma Läden, bei Obst- und Gemüsehändlern und beim Metzger um die Ecke.

3. Bestellen bei einem kleinen Supermarkt. Lohnt sich meiner Meinung nach nur für Getränke oder wenn man konkret weiß, welche Kleinigkeit man haben möchte. Wenn man krank ist, kann man auch gut darauf zurückgreifen (wenn man Farsi kann). Ich suche mir meine Sachen am liebsten selbst vor Ort aus und freue mich immer wieder, wenn ich einen kleinen Schatz finde (neulich: Spargel!!!). Außerdem ist mein Farsi so gut wie nicht existent. Daher fällt diese Möglichkeit für mich aus.

Da ich nach meinem Tankstellen-Ausflug keine Lust darauf hatte, alles zusammensuchen zu müssen, habe ich mich für’s Palladium entschieden. Wie schon erwähnt ist das Palladium eine ziemlich große Shopping-Mall im Norden von Teheran, die sich noch im Aufbau befindet. Neben dem großen Supermarkt gibt es eine Apotheke, eine Fressmeile, einen Buchladen, zwei Konditoreien (mit Croissants!) und verschiedene Geschäfte. Eigentlich ist es im Palladium immer voll, sodass ich auch dieses Mal zum Parken ins fünfte Untergeschoss fahren musste (die Parkgebühren betragen übrigens ca. 1,20 Euro, egal ob man 10 Minuten oder 5 Stunden bleibt). Danach geht es mit dem Aufzug ins Erdgeschoss. Einkaufswagen geschnappt und los geht’s. Wie ihr auf den Fotos sehen könnt, ist der Palladium-Supermarkt unglaublich gut ausgestattet und bietet so ziemlich alles auf einem Fleck. Manchmal findet man hier sogar Ruccola, Gorgonzola oder andere Köstlichkeiten. Was ich heute vermisst habe ist Wasser mit Kohlensäure. Das musste einem riesigen Berg Redbull weichen. Hmpf. Die Fotoqualität ist leider nicht ganz perfekt, da ich mit dem Handy fotografiert habe. Habt ihr schon mal jemanden gesehen, der mit Kamera durch den Supermarkt läuft? Eben.

1. Aufforderung zur Beachtung der islamischen Kleidervorschriften. 2. Mein Wocheneinkauf. 3. Metzger-Theke 4. Insgesamt gibt es 17 Kassen. 5. Die Wurstauswahl ist auch hier leider sehr eingeschränkt. 6. Obst- und Gemüseabteilung.

1. Aufforderung zur Beachtung der islamischen Kleidervorschriften.
2. Mein Wocheneinkauf.
3. Metzger-Theke
4. Insgesamt gibt es 17 Kassen.
5. Die Wurstauswahl ist auch hier leider sehr eingeschränkt.
6. Obst- und Gemüseabteilung.

Da ich euch noch Möglichkeit zwei präsentieren wollte und außerdem mein Wasser mit Kohlensäure vermisst habe, habe ich mich danach noch auf den Weg zu ein paar von den kleinen Lädchen gemacht. Hier gibt es zwar viele Dinge nicht, dafür aber einige Importprodukte oder Kleinigkeiten, die im großen Supermarkt nicht zu finden sind (wie zum Beispiel Kokosmilch). Außerdem sind die Händler sehr freundlich und hilfsbereit. Der Besitzer des kleinen Ladens bei dem ich war, hatte kein Wasser mit Kohlensäure, hat dann aber irgendwo welches aufgetrieben. Ich habe den komischen und sehr nervigen Tick, dass ich kein Wasser ohne Kohlensäure runter bekomme. Das ist besonders auf Reisen unglaublich nervig. Aber ich kann es einfach nicht abstellen. Habt ihr auch irgendwelche komischen Angewohnheiten?

Nachdem man öfter in den kleinen Läden einkaufen war weiß man ein bisschen, was man in welchem Laden finden kann. Außerdem lernt man, dass es beim Metzger auch Pizzateig und Käse am Stück gibt, was oft das Abendessen rettet.

1. einer der zahlreichen kleinen Lädchen 2. und so sieht es dann von innen aus 3. Meica! 4. Obst- und Gemüsehändler 5. Metzger 6. auch auf Wocheinkauf? 7. mein allerliebster Blumenhändler

1. einer der zahlreichen kleinen Lädchen
2. und so sieht es dann von innen aus
3. Meica!
4. Obst- und Gemüsehändler
5. Metzger
6. auch auf Wocheinkauf?
7. mein allerliebster Blumenhändler

Mein Wocheneinkauf hat übrigens 2,4 Mio. Rial gekostet, also ungefähr 65 Euro. Und ich habe ganz schön viel eingekauft. Unter anderem Tomaten, Auberginen und Eier. Welche persische Köstlichkeit daraus wird, seht ihr morgen hier!

Vielleicht möchtet ihr in der Zwischenzeit noch an meiner Give-Away Verlosung teilnehmen? Einfach ein Stückchen runterscrollen und einen kurzen Kommentar hinterlassen!


Wenn ihr auch Lust auf einen Einkauf im Palladium bekommen habt (oder ihr euch noch ein paar Bilder anschauen möchtet), könnten euch diese beiden Links interessieren: 

offizielle Webseite Palladium oder Palladium auf Facebook.

Wer lieber die kleinen Läden besuchen möchte sollte in der der Hesabi-Street in Elahiyeh vorbeischauen. 

Jammertag

Warum ich mich manchmal lieber zurück nach Hause beamen würde, anstatt im Iran zu leben.

Warum ich mich manchmal lieber zurück nach Hause beamen würde, anstatt im Iran zu leben. (Das Foto stammt allerdings aus Paris im Januar).

Ich sitze immer noch abenteuerlos zuhause rum und kuriere meine Mittelohrentzündung aus. Morgen darf ich endlich wieder arbeiten! Ich bin gern allein, halte es aber nur eine gewisse Zeit allein zuhause aus. Wenn allein, dann wenigstens unterwegs. Mein trauriges Tageshighlight ist es, Topfgeldjäger zu schauen (an deutschen Sendern haben wir hier nur ARD und ZDF, wenn sie nicht gerade von den staatlichen Störsendern gestört werden, so wie im Moment Fox Movies und Dubai One). Auch das Internet ist hier sehr stark zensiert. Diesen Beitrag kann ich nur mithilfe eines VPN-Servers schreiben, da WordPress, genau wie die meisten sozialen Medien hier gesperrt ist. Als ich irgendwann mal in einem Online-Shop ein paar Klamotten bestellen wollte, wurden Wäsche und Boyfriend-Jeans nicht angezeigt. Schon verrückt. Auf jeden Fall ist dadurch das Internet natürlich wesentlich langsamer und im schlimmsten Fall funktioniert der Server gar nicht. Der Horror für einen Internet-Suchtie wie mich!

Bei den Topfgeldjägern wird übrigens gerade mit köstlichem Rhabarber gekocht. Den gibt es hier leider nicht. Hmpf. Generell gibt es hier so einige Sachen nicht. Zum Beispiel gescheites Brot, Quark, Schmand und Buttermilch um nur ein paar Sachen zu nennen. Schweinefleisch und Alkohol sind gesetzlich verboten und daher auf legalem Weg ebenfalls nicht zu bekommen. Trotzdem kann man unter der Hand für relativ viel Geld doch Wein oder Schnaps kaufen. Allerdings sollte man Vorsicht walten lassen, da Vieles selbst gebrannt und ggf. gesundheitsgefährdend ist. Interessanterweise kann man in den kleinen Tante Emma Läden auch Bockwürstchen bekommen (natürlich MIT Schweinefleisch). Ein Glas kostet ca. 7 Euro. Generell sind alle Importprodukte sehr teuer. Nächstes Wochenende nehme ich euch mal mit zum Einkaufen, dann könnt ihr euch das mal selbst anschauen.

Ab und zu habe ich so Tage, an denen ich einfach unzufrieden bin und es mich wahnsinnig nervt, dass viele Sachen so kompliziert gemacht werden. Dann bemitleide ich mich selbst und wünsche mir, ich wäre in meinem Heimatdorf geblieben, hätte irgendeine Ausbildung gemacht, einen netten Mann geheiratet und könnte jeden Tag mit meinem ersten Nachwuchs im Schlepptau bei Rewe oder Edeka einkaufen gehen. Auf dem Rückweg nach Hause könnte ich dann noch schnell einen Stop beim Bäcker einlegen. Bäcker gibt es hier nämlich auch kaum. Es gibt jede Menge Konditoreien wo man haufenweise süßen Kram bekommt und Läden, wo das allseits beliebte dünne iranische Fladenbrot hergestellt wird.

Bei Gelegenheit könnte ich dann in einem Schuhgeschäft meiner Wahl problemlos Schuhe in meiner Größe finden (41), Klamotten einkaufen gehen ohne nur mit Kopftuch aus der Kabine kommen zu können und zur Krönung auch noch mit Karte zahlen! Obwohl… vielleicht geht Letzteres jetzt nach den Verhandlungen bald wieder. Aufgrund der Sanktionen war Iran nämlich völlig vom internationalen Zahlungsverkehr abgeschnitten. D.h. man sollte als Reisender immer genug Bargeld dabei haben, was man in die hiesige Währung Rial umtauschen kann. Ich könnte anziehen was ich möchte, meinen Mann in aller Öffentlichkeit küssen und würde nicht jeden Tag Luft einatmen, die so schädlich ist wie zwei Päckchen Zigaretten. Ich hätte ein funktionierendes Navi (hier werden schnell mal Straßen zu Einbahnstraßen, die vorher keine waren) und könnte mich jederzeit verständlich machen. Und ich müsste wesentlich weniger Telefongebühren zahlen um bei meiner Mama anzurufen und mich über meine Mittelohrentzündung zu beklagen. Warum mache ich das hier also?

Weil es ein Abenteuer ist und ich die Welt sehen will. Weil mein Heimatdorf zwar schön, aber viel zu klein für all meine Ideen und Träume ist. Weil ich fremde Kulturen und Weltansichten kennen lernen möchte und weil ich einfach niemand bin, der dauerhaft sesshaft sein kann. Jedenfalls jetzt noch nicht. Ich bin einfach unglaublich neugierig und kann nicht stillsitzen. Und für all die neuen Erfahrungen und wundervollen Menschen die ich kennen lerne, muss ich natürlich etwas aufgeben. Und zwar meine Bequemlichkeit. Manchmal, wenn alles ein bisschen schwierig ist, dann vergesse ich was ich alles im Tausch gegen meine Bequemlichkeit bekomme und muss mir das wieder vor Augen führen.

Hier kann ich jeden Tag etwas Neues erleben, fordere mich immer wieder selbst heraus und schaue über den Tellerrand. Ich kann jeden Tag köstliches frisches Obst und Gemüse essen, einen endlos langen Sommer genießen und viel über andere und mich selbst lernen. Iran ist sicher nicht das einfachste Land, das man sich zum Leben aussuchen kann, aber es ist spannend und wirklich schön (besonders außerhalb der Hauptstadt). Und seien wir mal ehrlich, in Deutschland finden wir dann andere Sachen, über die wir uns beschweren können. Ich hoffe jedenfalls, dass eines fernen Tages meine fünf Enkel mit gespitzten Ohren aufmerksam zuhören, wenn ich ihnen von meinen Abenteuern in Teheran berichte und ich die coolste Oma aller Zeiten sein werde.

Mein kleiner großer Buchschatz

Da ich seit Tagen mit Ohrenschmerzen und laufender Nase durch meine Wohnung tappe, ist meine Abenteuertauglichkeit leider ein bisschen eingeschränkt. Daher habe ich beschlossen, an noch einer Blogparade, diesmal zum Thema ‚Dein Schatz im Bücherregal‘ teilzunehmen.

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Da ich gern lese ist mir die Auswahl gar nicht so leicht gefallen. Am Ende blieben zwei Bücher übrig. Der Buchschatz, den ich euch zeigen möchte, hat nur ganz knapp vor einem meiner allerliebsten Lieblingsbücher, ‚The Giver‘ von Lois Lowry (guckt euch bloß nicht die Verfilmung an!), gewonnen. Und hier ist er: der Lonely Planet Encounter Brussels, Bruges, Antwerp & Ghent von Catherine Le Nevez (Auflage 2008). Weder besonders auffällig, noch besonders alt oder offensichtlich wertvoll, aber für mich von ganz besonderer Bedeutung.

Ich habe den kleinen Lonely Planet im Sommer 2009 für meine allererste Reise ganz allein gekauft. Ziel sollten genau die vier genannten Städte sein, weswegen der Lonely Planet für mich perfekt gepasst hat. Ich muss dazu sagen, dass es sich um eine Reise mit Sicherheitsnetz handelte, da ich Verwandte in Antwerpen habe. Trotzdem hatte ich mir die Stadt noch nie richtig angesehen und war in den anderen Städten noch nie gewesen. Da ich zu der Zeit studiert habe musste ich auch ein wenig auf mein Reisebudget schauen, weswegen ein Land in der Nähe die erste Wahl war. Ich stellte einen Reiseplan für zwei Wochen auf, buchte mein Zugticket von Frankfurt nach Brüssel, sicherte mir Übernachtungsmöglichkeiten über Couchsurfing bzw. im Hostel und packte meinen roten Rucksack.

Dann ging es auch schon los. In Brüssel schlief ich zwei Nächte lang bei Sara, die in einer WG mit 11 weiteren Mitbewohnern wohnte und am ersten Abend eine riesige Party schmiss. Tagsüber erkundete ich bei strömendem Regen die Stadt und stopfte so viele belgische Waffeln in mich hinein wie möglich. Außerdem beschloss ich spontan meine Reiseroute um einen Besuch in Paris zu erweitern. Ich fand den besten Host aller Zeiten und verliebte mich Hals über Kopf in die wunderschöne Stadt, in der während meines ganzen Besuchs die Sonne schien. Es gefiel mir so gut, dass ich meinen Besuch auf 5 Tage ausdehnte und Ghent von der Liste strich.

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Daher ging es im Anschluss direkt nach Brügge, wo ich nach einem Tagesausflug nach Oostende mit Sonnenbrand und Blasen an den Füßen in meinen neuen 5 Euro Flip-Flops durch die kleinen Gassen humpelte. Endstation war zwei Tage später Antwerpen. Hier schaute ich mir neben der Innenstadt das Modemuseum, diverse Vintage-Läden, Biergeschäfte und Pommesbuden an.

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Meine erste Reise allein war für mich ein riesiges Abenteuer. Ich habe schöne Orte und wundervolle Menschen kennengelernt. Außerdem habe ich eine Menge über mich selbst gelernt. Mein kleiner Lonely Planet mit der herausnehmbaren Karte war überall dabei. Weil an diesem kleinen Buch so viele schöne Erinnerungen hängen, ist es mein Buchschatz Nummer 1. Wohin ging eure erste Reise allein?


Dieser Beitrag ist Teil der Blogparade von Arne mit dem Titel ‚Dein Schatz im Bücherregal‘. Den Blog von Arne findet ihr unter www.akerlin.de.

Give-Away

Ist es wirklich schon einen Monat her, dass ich hier meinen ersten Beitrag veröffentlicht habe? Zur Feier des Tages (und weil wir gern einkaufen) haben Alfonso und ich euch ein kleines Give-Away vom Jomhouri-Basar mitgebracht.

Für Dich!

Für Dich!

Wenn ihr gewinnen möchtet folgt meinem Blog (gern auch auf Facebook) und hinterlasst mir hier einen Kommentar. Nächsten Samstag lose ich um 20:00 Uhr Teheraner Zeit den Gewinner oder die Gewinnerin aus. Damit der Gewinn auch auf jeden Fall ankommt versende ich ihn Anfang Mai direkt aus Deutschland.

Und das hat Alfonso für euch ausgesucht: ein landestypisches Mäppchen, eine Granatapfelbrosche aus Holz und ein schwarzes Lederarmband mit Granatapfelanhänger. Der Granatapfel ist DIE Frucht überhaupt im Iran. Daher gibt es hier viele Schmuckstücke etc. in Granatapfelform.

Jomhouri-Basar

Eine meiner liebsten Freitagsbeschäftigungen ist ein Besuch beim Jomhouri-Basar, der jeden Freitag in einem Parkhaus in der Innenstadt stattfindet. Von Antiquitäten über Manteaus bis hin zu Kochtöpfen kann man hier alles finden. Neben professionellen Händlern verkaufen hier Privatpersonen und junge Designer. Hier herrscht immer Flohmarktatmosphäre und Handeln ist erwünscht. Man sollte spätestens um neun Uhr da sein, da das Gedränge mit der Zeit so dicht wird, dass man nicht mehr in Ruhe stöbern und schauen kann. Ich liebe den Jomhouri-Basar, da man hier immer schöne und vor allen Dingen günstige Einzelstücke, Mitbringsel und Kleinigkeiten finden kann. Für mich habe ich heute ein Kopftuch (ja, ja, ich weiß…) für 3 Euro, eine Pluderhose für 5 Euro und ein Lederarmband mit Granatapfelanhänger mitgebracht.

Den Jomhouri-Basar findet ihr übrigens in der Jomhouri Eslami Straße. Hier könnte ihr auch das älteste Hochhaus Teherans (keine Schönheit, aber naja) bewundern. Wer möchte kann hier auch Eis oder Milchshake kaufen. Beides ist mit Vorsicht zu genießen und bietet für Neuankömmlinge eine Durchfallgarantie. Praktischerweise ist direkt gegenüber der Eisläden die ‚Deutsche Apotheke‘ (keiner konnte mir sagen, warum sie so heißt), die sehr gut ausgestattet ist.

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Hier geht’s lang!

Das älteste Hochhaus Teherans.

Das älteste Hochhaus Teherans.

Und hier geht's rein.

Und hier geht’s rein.

Fotografieren ist übrigens nicht erwünscht. Daher immer fragen, wenn ihr an einem Stand Fotos machen möchtet.

Fotografieren ist übrigens nicht erwünscht. Daher immer fragen, wenn ihr an einem Stand Fotos machen möchtet.

Für eine Basarbesuch hilft es sehr, wenn man zumindest die Zahlen auf Farsi kann. Zur Not klappt die Verständigung aber auch mit Händen und Füßen. Die Iraner sind da sehr geduldig und hilfsbereit. Als Ausländerin fällt man auf dem Basar auf jeden Fall auf. Daher sollte man nicht nur (wie überall auf der Welt wo Gedrängel herrscht) auf seine Handtasche aufpassen, sondern auch auf seine Kleidung achten. Obwohl ich heute ziemlich lässig unterwegs war, ist mir mal wieder ein sehr hartnäckiger Herr hinterher gelaufen. Nachdem ich ihm zweimal freundlich zu verstehen gegeben habe, dass ich meine Ruhe haben möchte und er trotzdem weiter an meinem Manteauzipfel klebte, musste ich ihn leider sehr laut dazu auffordern, sich zu verziehen. Das funktioniert eigentlich immer. Auch wenn man auf Englisch schimpft und die passende ‚Verschwinde‘ Handgeste dazu macht, ist es den Männern zu peinlich, einem weiter hinterher zu laufen. Wenn gar nichts mehr geht, einfach Händler ansprechen und auf das Problem aufmerksam machen. Die kümmern sich dann darum.

Ich fühle mich hier auch allein als Frau unterwegs eigentlich sehr wohl. Da die Iraner Touristen nicht so sehr gewöhnt sind wird man zwar oft angesprochen und auch angeschaut, dies aber meist nur aus Neugierde und ohne Hintergedanken. Leider ist es mir trotzdem schon passiert, dass mir Männer mit der Bitte um meine Handynummer auf der Straße hinterher gelaufen sind oder mich, weil ich sie ignoriert habe, am Handgelenk gepackt habe. Die beste Möglichkeit diese unliebsamen Verehrer loszuwerden ist wie schon gesagt: Krach schlagen. Auch ein (Fake)Ehering kann potentielle Flirtversuche vereiteln.

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Ich konnte auf jeden Fall meinen Einkaufsbummel ungestört fortsetzen und habe auch für euch eine Kleinigkeit gefunden. Mein allererstes Give-Away frisch vom Freitagsbasar könnt ihr ab morgen hier gewinnen.

Das Fernwehmonster

Wer von uns kennt es nicht? Das nimmersatte Fernwehmonster, das nach jeder schönen Reise aus seinem Versteck gekrochen kommt und nur eins will: MEHR! Mit rationalen Argumenten wie ‚keine Urlaubstage mehr übrig‘, ‚für die nächste Reise muss erst gespart werden‘ oder ‚hier ist es doch auch schön‘ braucht man dem Fernwehmonster nicht kommen. Die einzige Möglichkeit um es zeitweise ruhig zu stellen, ist geschickte Ablenkung.

Fernwehmonster

Hier meine Tipps, um das Fernwehmonster unter Kontrolle zu bekommen:

1. Dem Fernwehmonster zeigen, dass die nächste Reise schon vor der Tür steht

Weißt noch wie du als Kind die Tage zu den Sommerferien oder bis Weihnachten gezählt hast? Ich zähle die Tage bis zur nächsten Reise, und zwar ganz altmodisch mit einem Kalender. Glaub mir, das Fernwehmonster freut sich über jedes abgerissene Kalenderblatt oder jedes Kreuzchen, was es der Reise näher bringt.

2. Mit dem Fernwehmonster auf die nächste Reise vorbereiten

Reiseführer und Reiseblogs wälzen macht nicht nur dich sondern auch das Fernwehmonster glücklich. Ich liebe es, schon Monate vor meiner geplanten Reise immer wieder verschiedene Reiseführer aufzuschlagen, zu überlegen was ich sehen möchte, oder einfach die vielen tollen Bilder anzuschauen. Im Moment warte ich ungeduldig auf meinen bestellten Delhi-Reiseführer. Wenn er ankommt setzen das Fernwehmonster und ich uns mit einer Tasse Chai-Latte auf die Terrasse und schmökern. Wetten, dass es dann die Klappe hält?

3. Dem Fernwehmonster ein Abenteuer vorgaukeln

Schnapp dir deine Kamera und erkunde eure Stadt oder einen Ort in der unmittelbaren Nachbarschaft. Wetten, dass du im kleinsten Dorf tolle Plätze findest, auf die du noch nie so wirklich geachtet hast? Vielleicht hast du sogar das Glück, das Meer oder einen See in der Nähe zu haben. Mit einer Picknickdecke, einem guten Buch und einem Smoothie fühlt sich das doch schon fast wie Urlaub an, oder? Alternativ kannst du auch in deinem Garten zelten oder im Winter ein Picknick im Wohnzimmer veranstalten.

4. Die Seele baumeln lassen

Schleppe das garstige kleine Fernwehmonster je nach Jahreszeit alternativ in die Sauna oder zur Thai-Massage. Wetten, dass dem Fernwehmonster gar nicht auffällt, dass es nicht in Helsinki oder Bangkok ist? Während das Fernwehmonster schweigt kannst du richtig schön entspannen. Das funktioniert übrigens auch auf kulinarischem Weg. Plötzlich liegen Griechenland, Italien, Japan und Indien direkt um die Ecke!

5. Etwas Neues lernen

Sich mit etwas Neuem zu beschäftigen ist eine wundervolle und dazu noch lohnende Beschäftigung. Was du lernen möchtest kann, muss aber nicht unbedingt mit Reisen zu tun haben. Ich habe zum Beispiel Häkeln gelernt (bringt mich auf Reisen nicht wirklich weiter, ist aber ein schöner Zeitvertreib bei dem am Ende immer etwas Neues entsteht). Momentan nehme ich fleißig Italienisch-Unterricht. Ich liebe die Sprache schon immer und träume davon, irgendwann mal in Italien zu leben. Wenn ich das nächste Mal in Berlin bin, plane ich an einem Fotoworkshop teilzunehmen. Ich habe mir nämlich meine allererste Spiegelreflexkamera gekauft und möchte lernen, wie ich meine Reiseerlebnisse am Schönsten festhalten kann. Die Ergebnisse könnt ihr dann bald hier bewundern.

6. Alfonso das Fernwehmonster auffressen lassen

Obwohl ich im Ausland lebe, ist mein Fernwehmonster übrigens putzmunter und ständig aktiv. Ab und zu kommt dann gemeinerweise auch noch das Heimwehungeheuer dazu. Gemein, oder? Das Heimwehungeheuer lässt sich mit den Tipps oben allerdings auch ganz gut zähmen. Was auch immer hilft ist Mama anrufen. Garantiert.


Dieser Beitrag ist übrigens Teil der Blogparade zum Thema ‚Hilfe! Ich habe Fernsucht‘ auf dem schönen Reiseblog von IsoldeMareisen. Meine erste Blogparade! Isolde hat übrigens ganz viele Tipps und Inspirationen zum Thema Indien, weswegen ich ihren Blog ganz fleißig mitverfolge. Vielleicht magst du ja auch mal vorbeischauen: fernsuchblog.de