Getting Dizi

Eigentlich wäre heute ja ein schon vorbereiteter Oslo-Post dran, aber da müsst ihr euch noch ein wenig gedulden. Ich muss euch nämlich unbedingt von meinem allerneusten Völlerei-Erlebnis berichten. Ich bin inzwischen ein großer Fan der persischen Küche. Leider ist es so, dass man auf der Straße und in Restaurants meist nur an Kebab und Reis (verschmorrte Tomate und Butterstück inklusive) oder ein fettiges Süppchen kommt. Die richtig guten Sachen werden zuhause gezaubert. Nicht so allerdings bei dieser persischen Köstlichkeit. Ladies and Gentlemen, Vorhang auf für: Dizi! Dieses Gericht, was auch Abgoosht genannt wird, gibt es in vielen unterschiedlichen Varianten. Hauptbestandteil des Eintopfs sind aber eigentlich immer Lamm, Kichererbsen, Zwiebeln, Kartoffeln, Tomaten und verschiedene köstliche Gewürze (es sei denn, man bestellt sich das Kümmel-Dizi, aber ganz ehrlich, dann hat man auch selbst Schuld…).

Dizi wird in einem gleichnamigen kleinen Tontopf zubereitet, aus dem dann praktischerweise auch gegessen werden kann. Eigentlich handelt es sich eher um ein Wintergericht, was für 40 Grad im Schatten nicht so geeignet ist. Wie gesagt ‚eigentlich‘. Genau wie Alfonso kann ich wetterunabhängig eine erstaunliche Menge an Essen innerhalb kürzester Zeit vernichten. Daher habe ich mich der Herausforderung gestellt. Ich habe mich für ein Nuss-Dizi entschieden, was wie der Name schon sagt neben den üblichen Zutaten Walnüsse, Mandeln, etc. enthält.

Dizi

Und so isst man Dizi:

  1. Deckel auf (falls einer drauf ist)
  2. Langsam und vorsichtig den flüssigen Teil in einen Teller abgießen (ist man unvorsichtig landet alles im Schoß. Und das Zeug ist verdammt heiß!)
  3. Brot und Grünzeug zerpflücken und in den Teller werfen
  4. Genuss Teil 1
  5. Knochen aus dem festen Dizi-Teil der im Tontopf verblieben ist fischen
  6. Den Rest mit dem Stößel zermatschen
  7. Auf den Teller kippen
  8. Mit Grünzeug und Joghurt garnieren
  9. Genuss Teil 2
  10. Einen Tee trinken

Bevor ihr euch in dieses Abenteuer stürzt solltet ihr euch dringend jemanden organisieren, der euch anschließend zum Auto oder nach Hause trägt. Ich kann mich nicht daran erinnern, wann ich mich zum letzten Mal so sehr überfressen habe. Nach meinem leichten Mittagsimbiss musste ich mich auf jeden Fall erstmal zehn Minuten in meinem Büro unter den Schreibtisch legen.

Aber: ich werde es wieder tun!

Dieses traditionelle Dizi-Restaurant in Teheran kann ich euch empfehlen:

No. 50, Kalantari St., Iranshahr St. (Gharani St.), Teheran