Getting Dizi

Eigentlich wäre heute ja ein schon vorbereiteter Oslo-Post dran, aber da müsst ihr euch noch ein wenig gedulden. Ich muss euch nämlich unbedingt von meinem allerneusten Völlerei-Erlebnis berichten. Ich bin inzwischen ein großer Fan der persischen Küche. Leider ist es so, dass man auf der Straße und in Restaurants meist nur an Kebab und Reis (verschmorrte Tomate und Butterstück inklusive) oder ein fettiges Süppchen kommt. Die richtig guten Sachen werden zuhause gezaubert. Nicht so allerdings bei dieser persischen Köstlichkeit. Ladies and Gentlemen, Vorhang auf für: Dizi! Dieses Gericht, was auch Abgoosht genannt wird, gibt es in vielen unterschiedlichen Varianten. Hauptbestandteil des Eintopfs sind aber eigentlich immer Lamm, Kichererbsen, Zwiebeln, Kartoffeln, Tomaten und verschiedene köstliche Gewürze (es sei denn, man bestellt sich das Kümmel-Dizi, aber ganz ehrlich, dann hat man auch selbst Schuld…).

Dizi wird in einem gleichnamigen kleinen Tontopf zubereitet, aus dem dann praktischerweise auch gegessen werden kann. Eigentlich handelt es sich eher um ein Wintergericht, was für 40 Grad im Schatten nicht so geeignet ist. Wie gesagt ‚eigentlich‘. Genau wie Alfonso kann ich wetterunabhängig eine erstaunliche Menge an Essen innerhalb kürzester Zeit vernichten. Daher habe ich mich der Herausforderung gestellt. Ich habe mich für ein Nuss-Dizi entschieden, was wie der Name schon sagt neben den üblichen Zutaten Walnüsse, Mandeln, etc. enthält.

Dizi

Und so isst man Dizi:

  1. Deckel auf (falls einer drauf ist)
  2. Langsam und vorsichtig den flüssigen Teil in einen Teller abgießen (ist man unvorsichtig landet alles im Schoß. Und das Zeug ist verdammt heiß!)
  3. Brot und Grünzeug zerpflücken und in den Teller werfen
  4. Genuss Teil 1
  5. Knochen aus dem festen Dizi-Teil der im Tontopf verblieben ist fischen
  6. Den Rest mit dem Stößel zermatschen
  7. Auf den Teller kippen
  8. Mit Grünzeug und Joghurt garnieren
  9. Genuss Teil 2
  10. Einen Tee trinken

Bevor ihr euch in dieses Abenteuer stürzt solltet ihr euch dringend jemanden organisieren, der euch anschließend zum Auto oder nach Hause trägt. Ich kann mich nicht daran erinnern, wann ich mich zum letzten Mal so sehr überfressen habe. Nach meinem leichten Mittagsimbiss musste ich mich auf jeden Fall erstmal zehn Minuten in meinem Büro unter den Schreibtisch legen.

Aber: ich werde es wieder tun!

Dieses traditionelle Dizi-Restaurant in Teheran kann ich euch empfehlen:

No. 50, Kalantari St., Iranshahr St. (Gharani St.), Teheran

Meine Oase

Ich hatte heute eine wirklich unschöne Zeit auf der Arbeit und habe mich nach ein bisschen Ruhe und Entspannung gesehnt. Wie praktisch, dass direkt auf meinem Heimweg der Iranian Art Museum Garden liegt. Obwohl die Parksituation dort immer sehr schwierig ist, habe ich in unmittelbarer Nähe einen Parkplatz für Putzi gefunden, für den ich noch nicht mal drei Versuche zum Einparken gebraucht habe. Der Garten liegt mitten im Stadtbezirk Elahiyeh im Teheraner Norden und ist einer der ersten Orte überhaupt, die ich vor zwei Jahren bei meinem ersten Besuch neben meinem Hotelzimmer in Teheran gesehen habe. Der Garten ist eine Art Freilichtmuseum für Miniaturen von iranischen Sehenswürdigkeiten. Inzwischen habe ich sogar einige live und in Farbe gesehen. Wer nur für kurze Zeit im Iran ist, kann durch einen Besuch hier eine kleine Rundreise unternehmen. Neben den Miniaturen sind auch einige moderne Statuen im Garten zu finden, die mir persönlich nicht so gut gefallen. Vielleicht habe ich auch einfach zu wenig Fantasie für moderne Kunst. Darüber hinaus gibt es ein kleines Museum mit (soweit ich weiß) wechselnden Ausstellungen. Aktuell kann man eine Teppichausstellung besichtigen, in der ich mich aufgrund des traumhaft schönen Wetters aber nicht lange aufgehalten habe.

von oben links: 1. Azadi-Turm in Teheran 2. Gonbad Soltaniyeh in Soltaniyeh 3. hier hat sich eine Nicht-Miniatur, nämlich das Museum versteckt 4. Mahyar Caravanserai in Isfahan 5. Kakh-e-Chehel Sotoon (Vierzig-Säulen Palast) in Isfahan 6. Mahyar Caravanserai in Isfahan 7. Shams-ol-Emareh in Teheran

von oben links:
1. Azadi-Turm in Teheran
2. Gonbad Soltaniyeh in Soltaniyeh
3. hier hat sich eine Nicht-Miniatur, nämlich das Museum versteckt
4. Mahyar Caravanserai in Isfahan
5. Kakh-e-Chehel Sotoon (Vierzig-Säulen Palast) in Isfahan
6. Mahyar Caravanserai in Isfahan
7. Shams-ol-Emareh in Teheran

Nachdem ich ein paar Fotos für euch gemacht hatte, habe ich mir im Shemroon Café einen Mojito (natürlich ohne Alkohol), der mit 180.000 IRR (5 €) überdurchschnittlich teuer war, gegönnt. Ansonsten kann ich das Café durchaus weiterempfehlen. Es gibt keine englische Speisekarte, aber man kann auf die Bilder zeigen oder sich von einem Kellner helfen lassen. Als die Sonne langsam weggegangen ist wurde mir ziemlich schnell kalt. Bevor ich gegangen bin, habe ich mich aber noch in den kleinen Geschäften umgeschaut (Bücher, Schmuck, Keramik, Blumen und eine schöne Gallerie mit alten Möbeln). Ich habe meine zwei Stunden im Garten sehr genossen. Auch wenn man die Autos in der Umgebung immer noch hören kann und die Hochhäuser auch nicht plötzlich verschwunden sind, ist dieser Park meine kleine grüne Oase in der Nachbarschaft, in der ich gern mit einem Buch sitze oder die Katzen beobachte. Wo erholt ihr euch vom Alltagsstress?

Park


Meine kleine Oase findet ihr in der Hesabi Str. Ecke Feresteh Str., gegenüber vom Hesabi Haus. Der Eintritt für den Garten beträgt 10.000 IRR (0,30 €).

Ann in der Teppichfabrik

Erstmal ein ganz großes ‚Tut mir Leid‘ dafür, dass in der vergangenen Woche nichts von mir zu hören war. Ich hatte unglaublich viel zu tun und dann keine Zeit mehr, um etwas zu schreiben geschweige denn Fotos zu schießen. Damit so eine lange Durststrecke in Zukunft nicht mehr vorkommt, habe ich mir jetzt eine Blogroutine überlegt. Ab sofort gibt es jeden Montag, Donnerstag und Samstag Neuigkeiten auf dem Blog. Soweit der Plan. Schauen wir mal, wie das klappt. Habt ihr auch feste Blogging-Tage oder macht ihr das frei Schnauze?

Gestern habe ich eine Teppichfabrik in Karaj, einer Stadt im Westen von Teheran, besucht und möchte euch gern an meinen Eindrücken  teilhaben lassen. Eigentlich bin ich kein großer Fan klassisch-persischer Teppiche. Ich mag es lieber schlicht. Mein Freund und Mitbewohner D. mag gar keine Teppiche (was schade ist, da ich mit Vorliebe auf dem Boden sitze) und hat mich daher schon vor meinem Aufbruch in die Fabrik gewarnt, bloß nicht mit einem Teppich wiederzukommen. Aber ich wollte ja sowieso ‚nur mal gucken‘ (ihr seht worauf das hinausläuft, oder?).

Nach Karaj sind es etwa vierzig Kilometer, was auf dem Hinweg unproblematisch zu bewältigen war. Die Fabrik liegt am Rand der Stadt direkt an der Autobahn und war leicht zu finden. Nach einem Mittagessen (ich liebe die iranische Gastfreundschaft!) konnte unsere Gruppe sich erstmal anschauen, wie die Teppiche gewaschen werden. Insgesamt finden drei Waschgänge statt, die ganz schön lange dauern. Anschließend werden die Teppiche zum Trocknen aufgehängt, was ein schönes farbenfrohes Bild ergibt.

1

In der ersten Halle wurden die Teppiche geschoren, d.h. die überflüssige Wolle oben abgekämmt und abgeschoren. Die Wollreste nehmen übrigens die Fabrikarbeiter mit, um damit Kissen zu stopfen. Ich musste natürlich unbedingt mal reingrapschen und hatte dann lauter pieksende Wollreste an den Fingern kleben. Den Kopf habe ich mir auch noch gestoßen. Natürlich. Kennt ihr die Szene im Film Amelie, wo Audrey Tautou mit den Fingern ganz sinnlich durch Säcke mit verschiedenen Lebensmitteln fährt? Ungefähr so dürft ihr euch mein Erlebnis nicht vorstellen.

2

In der zweiten Halle konnten wir uns dann endgültig davon überzeugen, warum persische Teppiche eigentlich so teuer sind. Hier saßen zahlreiche Arbeiter auf dem Boden über verschiedene Teppiche gebeugt und führten verschiedene Arbeitsschritte aus. Ränder weben, Muster begradigen etc. Ein Riesenaufwand. Geknüpft werden die Teppiche die in dieser Fabrik geknüpft werden übrigens von Knüpferinnen in den umliegenden Orten am heimischen Webstuhl. Erst im Anschluss erreichen sie die Fabrik und erhalten dort ihren Feinschliff.

3

Die dritte und letzte Halle beherbergte die fertigen Teppiche. Stapelweise Teppiche. Aladdin wäre ausgeflippt vor Begeisterung. Obwohl ich zum ‚nur mal gucken‘ gekommen war, habe ich nach Herzenslust gestöbert und mir Teppiche in allen Größen und Farben angesehen. Neben den klassisch-persischen Teppichen habe ich auch einen Stapel mit Kelim Teppichen gefunden. Ich habe mich sofort in einen der Teppiche verliebt. Leider war er so klein, dass er gerade mal für Alfonso gereicht hätte. In größer gab es dasselbe Muster leider nicht, da alles Unikate sind. Aber ich hatte Blut geleckt und habe mich durch den ganzen Stapel gearbeitet. Dabei habe ich doch tatsächlich noch ein schönes Exemplar ausgegraben. Besonders angesprochen hat mich die Farbkombination mit schwarz, was bei den persischen Kelims eher untypisch ist. Ich habe einen guten Preis von knapp 100 € für meinen Kelim bekommen. Jetzt darf er meine Schrankecke schmücken (da stört er nämlich auch D. nicht). Es ist übrigens der oben links. Wie gefällt er euch?

4

Ich bin auch endlich dazu gekommen, den Gewinner des kleinen Give-Aways auszulosen (über random.org). Gewonnen hat *trommelwirbel* Tanja! Ich hoffe du hast viel Freude damit! Das Päckchen macht sich dann Ende der Woche auf den Weg. Alle anderen kann ich vielleicht damit trösten, dass es sicher nicht meine letzte Verlosung war 🙂

Persische Küche – Mirza Ghasemi

Heute habe ich eine kleine persische Köstlichkeit für euch gezaubert: Mirza Ghasemi oder zu gut deutsch Rotes Auberginenmousse. Mirza Ghasemi wird meistens als Vorspeise oder Beilage gegessen und mit Fladenbrot kombiniert. Ich finde es total lecker und kann es auch ohne Probleme ohne alles als Hauptspeise in mich hinein schaufeln. Ansonsten esse ich es gerne auf Sesamringen. Warm oder kalt, alles ist möglich.

DSCN0867

Ich wirklich keine große Küchenfee, aber das hier geht wirklich einfach. Das Rezept habe ich von der Ehefrau von einem meiner lieben Kollegen bekommen, bei dem ich das Gericht zum ersten Mal probiert habe. Vielen Dank an dieser Stelle!

Wenn ihr Mirza Ghasemi für vier Personen nachkochen möchtet braucht ihr:

  • 3 große Auberginen
  • 3 Tomaten, gewürfelt
  • 2 Eier
  • 3 Knoblauchzehen, klein gehackt
  • 1 Teelöffel Tomatenmark
  • 1 Teelöffel Kurkuma
  • Salz, Pfeffer

Zuerst die Auberginen bei 200 Grad für 40 Minuten ungeschält in den Ofen geben. Anschließend das Mark ausschaben und in eine Schüssel geben. Mit einem Mixer oder Pürierstab zu einem Mus verarbeiten.

Knoblauch fein hacken und in einer beschichteten Pfanne golden rösten. Danach Kurkuma hinzugeben und umrühren. Anschließend das Auberginenmus in die Pfanne geben und eine Minuten garen. Mehrmals umrühren!

Dann die gewürfelten Tomaten und das Tomatenmark hinzugeben und bei schwacher Hitze nochmal 5 Minuten garen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Anschließend die beiden Eier schlagen.

Zum Schluss kleine Krater in der Auberginen-Tomaten Masse formen, das Ei hineingeben und stocken lassen. Dann mit dem Mus verrühren, bis eine einheitliche Konsistenz ensteht.

Und schon seid ihr fertig! Nushe jan! (Guten Appetitt!)

Interessiert ihr euch für weitere persische Gerichte oder auch Kochbücher? Dann probekoche (und esse) und berichte ich gern noch weiter für euch!

Einkaufen Tehran Style

Im letzten Post hatte ich euch ja versprochen, euch mit einkaufen zu nehmen. Da ich für gewöhnlich freitags den Wocheneinkauf mache war heute die perfekte Gelegenheit. Allerdings musste ich erst Putzi (mein Auto) auftanken fahren, da der Tank schon auf Reserve stand. Es kam wie es nicht anders kommen konnte: Stau. Zum Glück habe ich es trotzdem zur Tankstelle geschafft und habe mich danach für die einfachste Einkaufvariante entschieden. In Teheran gibt es nämlich drei Möglichkeiten, an Lebensmittel zu kommen:

1. Der große Supermarkt in der neuen Einkaufsmall Palladium. Die Mall gibt es jetzt seit etwa einem halben Jahr. Davor war ich auf die kleineren Supermärkte in der Umgebung angewiesen, die bei Weitem nicht so gut ausgestattet sind.

2. Zusammensuchen aller Lebensmittel in verschiedenen Tante-Emma Läden, bei Obst- und Gemüsehändlern und beim Metzger um die Ecke.

3. Bestellen bei einem kleinen Supermarkt. Lohnt sich meiner Meinung nach nur für Getränke oder wenn man konkret weiß, welche Kleinigkeit man haben möchte. Wenn man krank ist, kann man auch gut darauf zurückgreifen (wenn man Farsi kann). Ich suche mir meine Sachen am liebsten selbst vor Ort aus und freue mich immer wieder, wenn ich einen kleinen Schatz finde (neulich: Spargel!!!). Außerdem ist mein Farsi so gut wie nicht existent. Daher fällt diese Möglichkeit für mich aus.

Da ich nach meinem Tankstellen-Ausflug keine Lust darauf hatte, alles zusammensuchen zu müssen, habe ich mich für’s Palladium entschieden. Wie schon erwähnt ist das Palladium eine ziemlich große Shopping-Mall im Norden von Teheran, die sich noch im Aufbau befindet. Neben dem großen Supermarkt gibt es eine Apotheke, eine Fressmeile, einen Buchladen, zwei Konditoreien (mit Croissants!) und verschiedene Geschäfte. Eigentlich ist es im Palladium immer voll, sodass ich auch dieses Mal zum Parken ins fünfte Untergeschoss fahren musste (die Parkgebühren betragen übrigens ca. 1,20 Euro, egal ob man 10 Minuten oder 5 Stunden bleibt). Danach geht es mit dem Aufzug ins Erdgeschoss. Einkaufswagen geschnappt und los geht’s. Wie ihr auf den Fotos sehen könnt, ist der Palladium-Supermarkt unglaublich gut ausgestattet und bietet so ziemlich alles auf einem Fleck. Manchmal findet man hier sogar Ruccola, Gorgonzola oder andere Köstlichkeiten. Was ich heute vermisst habe ist Wasser mit Kohlensäure. Das musste einem riesigen Berg Redbull weichen. Hmpf. Die Fotoqualität ist leider nicht ganz perfekt, da ich mit dem Handy fotografiert habe. Habt ihr schon mal jemanden gesehen, der mit Kamera durch den Supermarkt läuft? Eben.

1. Aufforderung zur Beachtung der islamischen Kleidervorschriften. 2. Mein Wocheneinkauf. 3. Metzger-Theke 4. Insgesamt gibt es 17 Kassen. 5. Die Wurstauswahl ist auch hier leider sehr eingeschränkt. 6. Obst- und Gemüseabteilung.

1. Aufforderung zur Beachtung der islamischen Kleidervorschriften.
2. Mein Wocheneinkauf.
3. Metzger-Theke
4. Insgesamt gibt es 17 Kassen.
5. Die Wurstauswahl ist auch hier leider sehr eingeschränkt.
6. Obst- und Gemüseabteilung.

Da ich euch noch Möglichkeit zwei präsentieren wollte und außerdem mein Wasser mit Kohlensäure vermisst habe, habe ich mich danach noch auf den Weg zu ein paar von den kleinen Lädchen gemacht. Hier gibt es zwar viele Dinge nicht, dafür aber einige Importprodukte oder Kleinigkeiten, die im großen Supermarkt nicht zu finden sind (wie zum Beispiel Kokosmilch). Außerdem sind die Händler sehr freundlich und hilfsbereit. Der Besitzer des kleinen Ladens bei dem ich war, hatte kein Wasser mit Kohlensäure, hat dann aber irgendwo welches aufgetrieben. Ich habe den komischen und sehr nervigen Tick, dass ich kein Wasser ohne Kohlensäure runter bekomme. Das ist besonders auf Reisen unglaublich nervig. Aber ich kann es einfach nicht abstellen. Habt ihr auch irgendwelche komischen Angewohnheiten?

Nachdem man öfter in den kleinen Läden einkaufen war weiß man ein bisschen, was man in welchem Laden finden kann. Außerdem lernt man, dass es beim Metzger auch Pizzateig und Käse am Stück gibt, was oft das Abendessen rettet.

1. einer der zahlreichen kleinen Lädchen 2. und so sieht es dann von innen aus 3. Meica! 4. Obst- und Gemüsehändler 5. Metzger 6. auch auf Wocheinkauf? 7. mein allerliebster Blumenhändler

1. einer der zahlreichen kleinen Lädchen
2. und so sieht es dann von innen aus
3. Meica!
4. Obst- und Gemüsehändler
5. Metzger
6. auch auf Wocheinkauf?
7. mein allerliebster Blumenhändler

Mein Wocheneinkauf hat übrigens 2,4 Mio. Rial gekostet, also ungefähr 65 Euro. Und ich habe ganz schön viel eingekauft. Unter anderem Tomaten, Auberginen und Eier. Welche persische Köstlichkeit daraus wird, seht ihr morgen hier!

Vielleicht möchtet ihr in der Zwischenzeit noch an meiner Give-Away Verlosung teilnehmen? Einfach ein Stückchen runterscrollen und einen kurzen Kommentar hinterlassen!


Wenn ihr auch Lust auf einen Einkauf im Palladium bekommen habt (oder ihr euch noch ein paar Bilder anschauen möchtet), könnten euch diese beiden Links interessieren: 

offizielle Webseite Palladium oder Palladium auf Facebook.

Wer lieber die kleinen Läden besuchen möchte sollte in der der Hesabi-Street in Elahiyeh vorbeischauen. 

Jammertag

Warum ich mich manchmal lieber zurück nach Hause beamen würde, anstatt im Iran zu leben.

Warum ich mich manchmal lieber zurück nach Hause beamen würde, anstatt im Iran zu leben. (Das Foto stammt allerdings aus Paris im Januar).

Ich sitze immer noch abenteuerlos zuhause rum und kuriere meine Mittelohrentzündung aus. Morgen darf ich endlich wieder arbeiten! Ich bin gern allein, halte es aber nur eine gewisse Zeit allein zuhause aus. Wenn allein, dann wenigstens unterwegs. Mein trauriges Tageshighlight ist es, Topfgeldjäger zu schauen (an deutschen Sendern haben wir hier nur ARD und ZDF, wenn sie nicht gerade von den staatlichen Störsendern gestört werden, so wie im Moment Fox Movies und Dubai One). Auch das Internet ist hier sehr stark zensiert. Diesen Beitrag kann ich nur mithilfe eines VPN-Servers schreiben, da WordPress, genau wie die meisten sozialen Medien hier gesperrt ist. Als ich irgendwann mal in einem Online-Shop ein paar Klamotten bestellen wollte, wurden Wäsche und Boyfriend-Jeans nicht angezeigt. Schon verrückt. Auf jeden Fall ist dadurch das Internet natürlich wesentlich langsamer und im schlimmsten Fall funktioniert der Server gar nicht. Der Horror für einen Internet-Suchtie wie mich!

Bei den Topfgeldjägern wird übrigens gerade mit köstlichem Rhabarber gekocht. Den gibt es hier leider nicht. Hmpf. Generell gibt es hier so einige Sachen nicht. Zum Beispiel gescheites Brot, Quark, Schmand und Buttermilch um nur ein paar Sachen zu nennen. Schweinefleisch und Alkohol sind gesetzlich verboten und daher auf legalem Weg ebenfalls nicht zu bekommen. Trotzdem kann man unter der Hand für relativ viel Geld doch Wein oder Schnaps kaufen. Allerdings sollte man Vorsicht walten lassen, da Vieles selbst gebrannt und ggf. gesundheitsgefährdend ist. Interessanterweise kann man in den kleinen Tante Emma Läden auch Bockwürstchen bekommen (natürlich MIT Schweinefleisch). Ein Glas kostet ca. 7 Euro. Generell sind alle Importprodukte sehr teuer. Nächstes Wochenende nehme ich euch mal mit zum Einkaufen, dann könnt ihr euch das mal selbst anschauen.

Ab und zu habe ich so Tage, an denen ich einfach unzufrieden bin und es mich wahnsinnig nervt, dass viele Sachen so kompliziert gemacht werden. Dann bemitleide ich mich selbst und wünsche mir, ich wäre in meinem Heimatdorf geblieben, hätte irgendeine Ausbildung gemacht, einen netten Mann geheiratet und könnte jeden Tag mit meinem ersten Nachwuchs im Schlepptau bei Rewe oder Edeka einkaufen gehen. Auf dem Rückweg nach Hause könnte ich dann noch schnell einen Stop beim Bäcker einlegen. Bäcker gibt es hier nämlich auch kaum. Es gibt jede Menge Konditoreien wo man haufenweise süßen Kram bekommt und Läden, wo das allseits beliebte dünne iranische Fladenbrot hergestellt wird.

Bei Gelegenheit könnte ich dann in einem Schuhgeschäft meiner Wahl problemlos Schuhe in meiner Größe finden (41), Klamotten einkaufen gehen ohne nur mit Kopftuch aus der Kabine kommen zu können und zur Krönung auch noch mit Karte zahlen! Obwohl… vielleicht geht Letzteres jetzt nach den Verhandlungen bald wieder. Aufgrund der Sanktionen war Iran nämlich völlig vom internationalen Zahlungsverkehr abgeschnitten. D.h. man sollte als Reisender immer genug Bargeld dabei haben, was man in die hiesige Währung Rial umtauschen kann. Ich könnte anziehen was ich möchte, meinen Mann in aller Öffentlichkeit küssen und würde nicht jeden Tag Luft einatmen, die so schädlich ist wie zwei Päckchen Zigaretten. Ich hätte ein funktionierendes Navi (hier werden schnell mal Straßen zu Einbahnstraßen, die vorher keine waren) und könnte mich jederzeit verständlich machen. Und ich müsste wesentlich weniger Telefongebühren zahlen um bei meiner Mama anzurufen und mich über meine Mittelohrentzündung zu beklagen. Warum mache ich das hier also?

Weil es ein Abenteuer ist und ich die Welt sehen will. Weil mein Heimatdorf zwar schön, aber viel zu klein für all meine Ideen und Träume ist. Weil ich fremde Kulturen und Weltansichten kennen lernen möchte und weil ich einfach niemand bin, der dauerhaft sesshaft sein kann. Jedenfalls jetzt noch nicht. Ich bin einfach unglaublich neugierig und kann nicht stillsitzen. Und für all die neuen Erfahrungen und wundervollen Menschen die ich kennen lerne, muss ich natürlich etwas aufgeben. Und zwar meine Bequemlichkeit. Manchmal, wenn alles ein bisschen schwierig ist, dann vergesse ich was ich alles im Tausch gegen meine Bequemlichkeit bekomme und muss mir das wieder vor Augen führen.

Hier kann ich jeden Tag etwas Neues erleben, fordere mich immer wieder selbst heraus und schaue über den Tellerrand. Ich kann jeden Tag köstliches frisches Obst und Gemüse essen, einen endlos langen Sommer genießen und viel über andere und mich selbst lernen. Iran ist sicher nicht das einfachste Land, das man sich zum Leben aussuchen kann, aber es ist spannend und wirklich schön (besonders außerhalb der Hauptstadt). Und seien wir mal ehrlich, in Deutschland finden wir dann andere Sachen, über die wir uns beschweren können. Ich hoffe jedenfalls, dass eines fernen Tages meine fünf Enkel mit gespitzten Ohren aufmerksam zuhören, wenn ich ihnen von meinen Abenteuern in Teheran berichte und ich die coolste Oma aller Zeiten sein werde.

Give-Away

Ist es wirklich schon einen Monat her, dass ich hier meinen ersten Beitrag veröffentlicht habe? Zur Feier des Tages (und weil wir gern einkaufen) haben Alfonso und ich euch ein kleines Give-Away vom Jomhouri-Basar mitgebracht.

Für Dich!

Für Dich!

Wenn ihr gewinnen möchtet folgt meinem Blog (gern auch auf Facebook) und hinterlasst mir hier einen Kommentar. Nächsten Samstag lose ich um 20:00 Uhr Teheraner Zeit den Gewinner oder die Gewinnerin aus. Damit der Gewinn auch auf jeden Fall ankommt versende ich ihn Anfang Mai direkt aus Deutschland.

Und das hat Alfonso für euch ausgesucht: ein landestypisches Mäppchen, eine Granatapfelbrosche aus Holz und ein schwarzes Lederarmband mit Granatapfelanhänger. Der Granatapfel ist DIE Frucht überhaupt im Iran. Daher gibt es hier viele Schmuckstücke etc. in Granatapfelform.